Am 27. März wurde es bei Wir sind Paten Dresden besonders lebendig und herzlich: Zusammen mit vielen Interessierten, und vor allem auch vielen unserer Pat:innen und Mentees, haben wir Eid al-Fitr gefeiert. Eid al-Fitr markiert das Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan und ist ein Fest der Dankbarkeit, des Teilens und des Beisammenseins. Im Deutschen wird Eid al-Fitr oft auch als Zuckerfest bezeichnet.

Was diesen Tag für uns besonders schön gemacht hat, war die warme Stimmung und das herzliche Miteinander. Bei unserem Fest kamen Kinder und Erwachsene aus verschiedenen Ländern, Kulturen und mit unterschiedlichen Glaubenszugehörigkeiten zusammen, um gemeinsam zu feiern, sich auszutauschen und einander kennenzulernen. Genau dieser Austausch war das Herzstück unserer Veranstaltung und wir haben uns sehr über die Offenheit der Teilnehmenden gefreut.

Zum Auftakt haben wir unsere Gäst:innen begrüßt und eine kurze Einführung in die Bedeutung von Eid al-Fitr gegeben. Dabei ging es auch um verschiedene Traditionen rund um das Fest, denn die Art zu feiern kann sich je nach Land und Region unterscheiden und zeigt, wie vielfältig muslimisches Leben ist. Das stieß bei vielen auf großes Interesse und schnell kamen so schon die ersten Gespräche in Gang.

Für die Kinder gab Spiele, Kinderschminken und sich schminken und kleine Geschenke. Gleichzeitig gab es Raum für Austausch, sowohl zwischen Menschen, die sich bereits kannten als auch zwischen denjenigen, die sich an diesem Tag neu kennengelernt haben. Und natürlich haben gerade diejenigen, die das erste Mal bei uns waren, auch etwas über das Engagement im Rahmen von Pat:innenschaften erfahren und das hautnah von „echten Tandems“ und „einfach nebenbei“. Beim gemeinsamen Essen haben wir zusammen verschiedene leckere Gerichte aus unterschiedlichen Küchen gegessen und es wurde für uns wieder deutlich, wie sehr essen verbindet. Es schafft Nähe und lädt zum Erzählen und Zuhören ein.

Wir haben uns besonders über die selbstverständliche Offenheit im Umgang miteinander gefreut. Es wurde nachgefragt, zugehört und zusammen gelacht. Unser gemeinsames Eid al-Fitr hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig Räume sind, in denen Menschen einander begegnen können. Vielen Dank an alle, die mit uns gefeiert und dieses Fest so schön gemacht haben!

Unser wöchentliches Sprachcafé bei Wir sind Paten Chemnitz ist immer ein Treffpunkt für Patenschafts-Tandems und alle, die in entspannter Atmosphäre und niedrigschwellig Deutsch üben und dabei neue Leute kennenlernen möchten. Hier kommen Menschen mit unterschiedlichen Sprachniveaus und Hintergründen zusammen, um sich auszutauschen und gemeinsam zu lernen. Ganz nebenbei werden Wortschatz, Aussprache und Hörverstehen trainiert, so wächst die Sprachsicherheit fast automatisch.

Die Gesprächsthemen entstehen oft aus den Vorschlägen und Interessen der Teilnehmenden. Durch diese Mitgestaltung der Gruppe bleibt unser Sprachcafé lebendig und vielfältig. Bei einem unserer Treffen im März hat ein Ehrenamtlicher, der aus dem Iran kommt, ein besonders spannendes Thema mitgebracht: das Neujahrs- und Frühlingsfest Nowruz und wie es im Iran gefeiert wird.

Nowruz – häufig auch Nouruz oder Norooz geschrieben – bedeutet übersetzt „Neuer Tag“. Das Fest hat seine Ursprünge im historischen Perserreich und markiert den Beginn des Frühlings sowie des neuen Jahres. Seine Wurzeln reichen bis in zoroastrische Traditionen zurück, in denen der Jahreswechsel eine große Bedeutung hatte. Heute wird Nowruz überwiegend als ein kulturelles Fest gefeiert. Da die Regionen des historischen Perserreichs kulturell und religiös vielfältig waren, haben sich die Nowruz-Bräuche regional unterschiedlich entwickelt. Gleichzeitig verbinden viele Menschen mit dem Fest ähnliche Themen wie Neubeginn, Hoffnung und Gemeinschaft. Heute wird Nowruz von Millionen Menschen in vielen Ländern gefeiert, darunter Iran, Afghanistan, Tadschikistan, Usbekistan, Aserbaidschan sowie in Teilen des Irak und der Türkei, in kurdischen Gemeinschaften und weltweit in der Diaspora.

Die Feierlichkeiten rund um Nowruz dauern im Iran bis zu 13 Tage und sind eine Zeit der Erneuerung und des Zusammenseins mit der Familie und Freund:innen. Eine zentrale Tradition ist der Haft-Sin-Tisch, der für viele Familien zum Herzstück des Festes gehört. „Haft“ bedeutet „sieben“ und „Sin“ bezeichnet den persischen Buchstaben S. Auf dem Tisch werden sieben Gegenstände arrangiert, deren Namen mit diesem Buchstaben beginnen. Sie stehen symbolisch für Gesundheit, Wohlstand, Liebe und Leben.

Diese gemeinsame Themendiskussion war ein schönes Beispiel dafür, wie unser Sprachcafé nicht nur beim Sprachenlernen unterstützt, sondern auch Einblicke in verschiedene Kulturen ermöglicht. Die Teilnehmenden hatten großes Interesse am Thema und stellten viele spannende Fragen.

Wir freuen uns, dass durch das Sprachcafé von Wir sind Paten Chemnitz ein Raum entsteht, der gemeinsames Lernen, persönliche Begegnungen und einen offenen, respektvollen Austausch zwischen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen fördert.

Im Februar haben wir im Pat:innenschaftsbüro von Wir sind Paten Rostock einen interaktiven Workshop unter dem Titel „Was macht eine Pat:innenschaft erfolgreich?“ veranstaltet. Rund 30 Mentees und ehrenamtliche Pat:innen kamen dabei zusammen, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und neue Impulse für ihre Tandems zu gewinnen.

Zu Beginn des Workshops gab unser Mitarbeiter Mohamed einen kurzen fachlichen Input zu den zentralen Erfolgsfaktoren in Pat:innenschaften. Dazu zählen Klarheit, Regelmäßigkeit, Vertrauen, Unterstützung und Gemeinsamkeit.

Wie eine Pat:innenschaft genau gestaltet wird, entscheiden die Tandems selbst. Das betrifft sowohl die Dauer und Häufigkeit der Treffen als auch die Art der gemeinsamen Aktivitäten. Ob gemeinsames Sprachenlernen, Begleitung zu Behördenterminen, Hausaufgabenbetreuung, Berufsorientierung oder gemeinsame Freizeitaktivitäten wie Kochen, Sport oder Besuche von Kulturveranstaltungen, das orientiert sich individuell an den Bedürfnissen der Mentees, den Möglichkeiten der Pat:innen und den gemeinsamen Interessen. Hierbei ist es wichtig, dass die Beteiligten möglichst offene und klare Absprachen und konkrete Vereinbarungen treffen. Das stärkt auch die Verlässlichkeit.

In Pat:innenschafts-Tandems begegnen sich häufig Menschen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten und Teilhabechancen. Sie bringen verschiedene Erfahrungen sowie Zugänge mit, beispielsweise zu Bildung, Arbeit und dem Wohnungsmarkt. Manche sind auch von mehreren Diskriminierungsformen gleichzeitig betroffen. Umso wichtiger ist ein diskriminierungssensibler, respektvoller und wertschätzender Umgang miteinander. Er bildet die Grundlage für gegenseitiges Vertrauen. Ziel ist es, innerhalb der Tandems von- und miteinander zu lernen, sich gegenseitig zu unterstützen und auch mit möglichen Herausforderungen konstruktiv umzugehen.

Nach dem Input folgte ein interaktiver Workshop-Teil, in dessen Mittelpunkt der Dialog über die erlebte Tandempraxis stand. Dafür sammelten wir zunächst relevante Themen wie (Weiter-)Bildungsmöglichkeiten, Unterstützung bei Bewerbungen, Orientierung im Alltag und Freizeitgestaltung. In Kleingruppen und Tandems tauschten sich die Mentees und Pat:innen offen und praxisnah aus und diskutierten ihre Perspektiven. Während die Pat:innen berichteten, wie sie ihre Pat:innenschaften und ihre Rolle darin erleben und welchen persönlichen Mehrwert sie daraus ziehen, gaben die Mentees Einblicke in ihre Erfahrungen und Unterstützungsbedarfe. Dabei war der Beitrag eines Teilnehmers besonders eindrücklich, der früher selbst Mentee bei Wir sind Paten war und heute als Pate aktiv ist. Dieses Beispiel verdeutlicht die nachhaltige soziale Wirkung von Mentoring- und Pat:innenschaftsprojekten wie unserem. Durch die Begleitung werden Mentees auf ihrem Bildungs- und Lebensweg sowie in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt und damit ihre Chancen für gesellschaftliche Partizipation und ihr Zugehörigkeitsgefühl erhöht. Gleichzeitig entstehen durch die regelmäßigen Treffen sowie die individuelle Unterstützung innerhalb der Pat:innenschaften Vertrauen und langfristige Verbindungen. Dies führt dazu, dass viele ehemalige Mentees die Unterstützung, die sie selbst erfahren haben, auch weitergeben möchten. Hierdurch werden also sowohl das zivilgesellschaftliche Engagement als auch der gesellschaftliche Zusammenhalt vor Ort gefördert.

Zum Abschluss des Workshops lud ein kleines Buffet zu weiteren Gesprächen und zur Vernetzung in lockerer Atmosphäre ein. Wir haben uns besonders über das durchweg positive Feedback der Teilnehmenden gefreut. Dabei äußerten mehrere Teilnehmende den Wunsch nach regelmäßigen Treffen und Austauschformaten, um sich stärker vernetzen und voneinander lernen zu können. Unser Workshop bot hierfür bereits einen wichtigen Raum und wir sind froh, dass so viele von euch dabei waren und sich aktiv eingebracht haben – das bestärkt uns in unserer Arbeit!

Mitte Februar hat unser Kollege Nader von Wir sind Paten Erfurt in unserem Büro am Berliner Platz 10 einen Quararo-Workshop zum Themenmodul „Frieden und Konflikt“ durchgeführt.

Quararo ist ein Demokratielernspiel, bei dem sich Gruppen eingehend mit demokratischen Entscheidungsformen befassen und diese erproben können. Der Name des Spiels leitet sich von qarar (arabisch) bzw. karar (türkisch) ab und bedeutet „entscheiden“. Quararo macht demokratische Entscheidungsprozesse nicht nur theoretisch verständlich, sondern durch Übungen im Gruppenprozess direkt erlebbar. Es arbeitet mit vier verschiedenen demokratischen Entscheidungsformen – Mehrheitsentscheid, Konsensentscheidung, parlamentarische Vertretung und systemisches Konsensieren -, die von den Teilnehmenden im Spiel ausprobiert und anschließend gemeinsam ausgewertet werden. Auf spielerische Weise fördert Quararo die Fähigkeit zur Meinungs- und Entscheidungsbildung sowie jene, unterschiedliche Perspektiven einnehmen und respektieren zu können. Dabei werden auch Konflikt-, Kritik- und Entscheidungsfähigkeit gestärkt, ebenso wie der Blick auf Werte wie Toleranz, Vielfalt und demokratische Teilhabe. Quararo kann mit verschiedenen Modulen gespielt werden. Bei diesem Workshop hat Nader mit den Teilnehmenden das Modul „Frieden und Konflikt“ durchgeführt, welches von der Servicestelle Friedensbildung konzipiert wurde. Dieses ist in zwei Schwerpunkte gegliedert: Im ersten Schritt geht es um die Sensibilisierung für Konflikte im Nahbereich und in der Welt, bevor dann die Reflexion der eigenen Haltung sowie die Befähigung zum Engagement für Frieden behandelt werden.

Die 15 Workshop-Teilnehmenden brachten sich aktiv in die Diskussionen ein, tauschten sich aus und reflektierten gemeinsam. Besonders bereichernd war der Austausch durch die Vielfältigkeit der Gruppe, in der unterschiedliche Erfahrungen, Sichtweisen und Lebensrealitäten zusammenkamen, wodurch sich neue Perspektiven eröffneten. Für unsere Mentees und Pat:innen bei Wir sind Paten hat ein solcher Workshop einen wichtigen Mehrwert, denn unsere Pat:innenschaften leben von Dialog, gegenseitigem Zuhören und Verstehen sowie Vertrauen. Diese Fähigkeiten werden bei Quararo konkret geübt, da das Spiel dazu einlädt, aktiv zuzuhören, verschiedene Standpunkte zu verstehen, respektvoll mit unterschiedlichen Erfahrungen umzugehen, Konflikte fair auszuhandeln und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Somit kann Quararo dabei unterstützen, demokratische Haltungen sowie Offenheit und Interesse füreinander zu stärken. Dies sind Aspekte, die auch innerhalb von Pat:innenschaften wichtig sind.

Besonders beeindruckend war es zu sehen, wie respektvoll in der Gruppe diskutiert wurde und wie viel Offenheit und Interesse füreinander gezeigt wurden – genau das macht ein Format wie Quararo aus. Wir freuen uns sehr, dass so viele von euch dabei waren!

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