Mitte Februar hat unser Kollege Nader von Wir sind Paten Erfurt in unserem Büro am Berliner Platz 10 einen Quararo-Workshop zum Themenmodul „Frieden und Konflikt“ durchgeführt.

Quararo ist ein Demokratielernspiel, bei dem sich Gruppen eingehend mit demokratischen Entscheidungsformen befassen und diese erproben können. Der Name des Spiels leitet sich von qarar (arabisch) bzw. karar (türkisch) ab und bedeutet „entscheiden“. Quararo macht demokratische Entscheidungsprozesse nicht nur theoretisch verständlich, sondern durch Übungen im Gruppenprozess direkt erlebbar. Es arbeitet mit vier verschiedenen demokratischen Entscheidungsformen – Mehrheitsentscheid, Konsensentscheidung, parlamentarische Vertretung und systemisches Konsensieren -, die von den Teilnehmenden im Spiel ausprobiert und anschließend gemeinsam ausgewertet werden. Auf spielerische Weise fördert Quararo die Fähigkeit zur Meinungs- und Entscheidungsbildung sowie jene, unterschiedliche Perspektiven einnehmen und respektieren zu können. Dabei werden auch Konflikt-, Kritik- und Entscheidungsfähigkeit gestärkt, ebenso wie der Blick auf Werte wie Toleranz, Vielfalt und demokratische Teilhabe. Quararo kann mit verschiedenen Modulen gespielt werden. Bei diesem Workshop hat Nader mit den Teilnehmenden das Modul „Frieden und Konflikt“ durchgeführt, welches von der Servicestelle Friedensbildung konzipiert wurde. Dieses ist in zwei Schwerpunkte gegliedert: Im ersten Schritt geht es um die Sensibilisierung für Konflikte im Nahbereich und in der Welt, bevor dann die Reflexion der eigenen Haltung sowie die Befähigung zum Engagement für Frieden behandelt werden.

Die 15 Workshop-Teilnehmenden brachten sich aktiv in die Diskussionen ein, tauschten sich aus und reflektierten gemeinsam. Besonders bereichernd war der Austausch durch die Vielfältigkeit der Gruppe, in der unterschiedliche Erfahrungen, Sichtweisen und Lebensrealitäten zusammenkamen, wodurch sich neue Perspektiven eröffneten. Für unsere Mentees und Pat:innen bei Wir sind Paten hat ein solcher Workshop einen wichtigen Mehrwert, denn unsere Pat:innenschaften leben von Dialog, gegenseitigem Zuhören und Verstehen sowie Vertrauen. Diese Fähigkeiten werden bei Quararo konkret geübt, da das Spiel dazu einlädt, aktiv zuzuhören, verschiedene Standpunkte zu verstehen, respektvoll mit unterschiedlichen Erfahrungen umzugehen, Konflikte fair auszuhandeln und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Somit kann Quararo dabei unterstützen, demokratische Haltungen sowie Offenheit und Interesse füreinander zu stärken. Dies sind Aspekte, die auch innerhalb von Pat:innenschaften wichtig sind.

Besonders beeindruckend war es zu sehen, wie respektvoll in der Gruppe diskutiert wurde und wie viel Offenheit und Interesse füreinander gezeigt wurden – genau das macht ein Format wie Quararo aus. Wir freuen uns sehr, dass so viele von euch dabei waren!

Beim wöchentlichen Meet & Greet von Wir sind Paten Leipzig geht es vor allem um eines: zusammenkommen. Es ist kein offizielles Treffen, kein Kurs und kein Programm mit festen Abläufen. Stattdessen ist es ein lockeres Beisammensein, bei dem alte und neue Gesichter aufeinandertreffen, sich kennenlernen und Zeit miteinander verbringen. Manche kommen direkt von der Arbeit, andere aus der Uni, einige bringen Freund:innen mit, andere schauen einfach neugierig vorbei. Wir setzen uns zusammen, trinken Kaffee oder Tee und kommen ins Gespräch – über unseren Alltag, kleine Geschichten aus dem Leben oder das, was uns gerade bewegt.

Das Meet & Greet ist dabei eine schöne Gelegenheit für Menschen, die sich für eine Pat:innenschaft interessieren. Hier können sich potenzielle Pat:innen und Mentees ganz unkompliziert kennenlernen, erste Gespräche führen und schauen, ob die Chemie stimmt. Die Atmosphäre ist locker, freundlich und entspannt. Für viele ist das Meet & Greet auch eine gute Gelegenheit, Deutsch zu sprechen und zu üben. Ganz ohne Druck und ohne Anspruch auf Perfektion, denn Fehler gehören dazu und oft entstehen gerade beim gemeinsamen Reden die schönsten Momente.

Neben Gesprächen wird auch viel gemeinsam unternommen. Wir spielen zum Beispiel Tabu, Jenga oder andere kleine Spiele, die zum Lachen bringen und uns ganz unkompliziert miteinander verbinden. Manchmal backen wir zusammen Waffeln, manchmal hören wir Musik, manchmal sitzen wir einfach zusammen und tauschen uns aus. Es gibt kein festes Programm, sondern nur den Wunsch, gemeinsam Zeit zu verbringen.

Besonders schöne Momente entstehen während des Ramadans. Dann kochen wir gemeinsam, probieren verschiedene Rezepte aus und brechen am Abend zusammen das Fasten beim Iftar. Die Stimmung ist dabei oft besonders warm, fröhlich und familiär. Im Sommer verlagert sich das Treffen häufig nach draußen. Dann gehen wir in den Park, spielen Spiele, grillen oder sitzen einfach gemeinsam auf der Wiese und plaudern.

Jedes Meet & Greet ist ein bisschen anders, je nachdem, wer da ist und worauf alle Lust haben. Mit der Zeit entsteht aus diesen Begegnungen eine kleine Gemeinschaft. Menschen lernen sich kennen, tauschen Geschichten aus, unterstützen sich gegenseitig und lachen miteinander. Manche Begegnungen gehen über das Treffen hinaus und entwickeln sich zu Pat:innenschaften und oft auch zu echten Freund:innenschaften.

Das Meet & Greet ist ein Ort, an dem Menschen sich willkommen fühlen können, ein Raum für neue Begegnungen, Gespräche und um einfach eine schöne Zeit miteinander zu verbringen. Oft braucht es dafür gar nicht viel: Ein Tisch, ein paar Spiele und eine Tasse Kaffee.

Du hast Lust, selbst mal bei unserem Meet & Greet dabei zu sein? Dann komm einfach vorbei – wir freuen uns auf neue und bekannte Gesichter in der Runde!

Meet & Greet
Freitags, 17–19 Uhr
Prager Straße 60, 04317 Leipzig

Am 16. Oktober feierten wir gemeinsam das zehnte Jubiläum des „Friedensfestes der Kinder Abrahams“ unter dem Motto „Miteinander wachsen – 10 Jahre Friedensfest der Kinder Abrahams“ im Plenarsaal des Neuen Rathauses Dresden. Vertreter:innen der drei abrahamitischen Religionsgemeinschaften – Christentum, Judentum und Islam – kamen zusammen, um einen Abend voller Musik, Texte, kreativer Beiträge und interreligiösem Austausch zu gestalten.

Im Anschluss an das vielfältige Bühnenprogramm bot der Informationsmarkt Gelegenheit für Gespräche, das Knüpfen neuer Kontakte und für Einblicke in die Arbeit zahlreicher Dresdner Gemeinden und Initiativen. Dabei wurde sichtbar, wie interreligiöse und interkulturelle Zusammenarbeit in Dresden gelebt wird. Auch wir von Wir sind Paten Dresden waren mit einem Projektstand dabei und konnten unsere Arbeit vorstellen, die vielen Fragen der Besucher:innen zu unserem Pat:innenschaftsprojekt beantworten und uns mit anderen Projekten austauschen. Das Projekt Wir sind Paten wird im Rahmen des Bundesprogramms Menschen stärken Menschen gefördert.

Wir haben uns sehr über das große Interesse am Ehrenamt sowie die Begeisterung über unser Engagement gefreut – ein Zeichen dafür, dass der Wunsch nach aktivem Miteinander in unserer Stadt groß ist!

Gerade in einer Zeit, in der Polarisierung und Unsicherheit oft den öffentlichen Diskurs prägen, wirkt ein Fest wie dieses als Gegenentwurf: Es schafft einen Raum für Begegnung und Dialog und setzt ein Zeichen für Toleranz, gegenseitiges Verständnis und Respekt. Das „Friedensfest der Kinder Abrahams“ wurde von der Integrations- und Ausländerbeauftragten der Landeshauptstadt Dresden, Kristina Winkler, in Kooperation mit dem Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden, Dirk Hilbert, veranstaltet. Kristina Winkler hatte 2016 das Islamische Neujahr in Dresden ins Leben gerufen. Aus dieser Veranstaltung ist in der Zwischenzeit das interreligiöse Friedensfest der Kinder Abrahams geworden, bei dem Muslim:innen, Jüd:innen und Christ:innen in Dresden zusammenkommen und gemeinsam feiern.

Für uns war das Friedensfest 2025 insgesamt eine sehr bereichernde und schöne Erfahrung und wir danken allen, die diesen Abend so besonders gemacht haben!

Seit Mai 2024 engagiert sich Katharina bei Wir sind Paten Cottbus als ehrenamtliche Sprachpatin. Aktuell begleitet sie drei Frauen aus Ägypten, Syrien und Afghanistan beim Deutschlernen.

Nach eineinhalb Jahren in Cottbus wünschte sich Katharina eine sinnstiftende Tätigkeit neben ihrem Beruf, bei der sie Menschen persönlich begegnen, spannende Gespräche führen und neue Erfahrungen sammeln kann. Auf der Suche nach einem passenden Ehrenamt wurde sie über die Freiwilligenagentur Cottbus auf Wir sind Paten aufmerksam: „Ich war zunächst relativ offen und bin ohne feste Vorstellungen ins Erstgespräch gegangen“, erzählt sie. Schnell wurde klar, dass Sprachpatenschaften gerade besonders gefragt sind. Und die Idee, Menschen beim Sprachenlernen zu unterstützen, gefiel Katharina sofort. Entscheidend war für sie, dass es dabei nicht um klassischen Sprachunterricht geht: „Vorerfahrungen sind nicht zwingend notwendig. Es geht vielmehr darum, meine Mentees beim Erlernen und Anwenden der Alltagssprache zu unterstützen – zu erklären, wann man welches Wort verwendet und ihnen die Möglichkeit zu geben, die deutsche Sprache in echten Gesprächen zu üben.“

Seitdem trifft sich Katharina meist einmal wöchentlich mit ihren Mentees, im Café oder zu einem Spaziergang. Bei den Einzel- oder Kleingruppentreffen kann sie gut auf die individuellen Bedürfnisse der Frauen eingehen. Die drei Mentee sind sehr motiviert und bringen oftmals selbst Themen mit, die sie interessieren oder über die sie gerne sprechen möchten. Dabei geht es häufig auch um allgemeine Fragen und den Austausch über das Leben in Deutschland.

Dass die Mentees die Gesprächsinhalte selbst mitgestalten können, sorgt für lebendige Unterhaltungen und dafür, dass die Treffen allen Spaß machen. Durch das Üben von Alltagssprache in echten Gesprächen wächst nicht nur das Sprachgefühl, sondern auch das Selbstvertrauen, um die Sprache auch im Alltag anzuwenden. Die Angst vor Fehlern nimmt spürbar ab.

Dieser positive Effekt zeigt sich auch ganz konkret bei der Mentee Abeer. Abeer kommt aus Ägypten, studiert an der BTU Cottbus und besucht einen Deutschkurs auf C1-Niveau. Zu Beginn der Sprachpatenschaft fühlte sie sich jedoch noch nicht sicher genug, um ihre Deutschkenntnisse im Alltag anzuwenden und wich stattdessen oft auf Englisch aus. Durch die regelmäßigen Gespräche und das gemeinsame Lernen mit Katharina gewann sie Schritt für Schritt mehr Selbstvertrauen und spricht seither zunehmend Deutsch im Alltag. Heute fühlt sich Abeer beim Deutschsprechen deutlich wohler – und engagiert sich inzwischen sogar selbst ehrenamtlich als Dolmetscherin für Arabisch und Deutsch. Ihr Werdegang ist ein Beispiel dafür, wie aus Mentees häufig selbst engagierte Mitgestalter:innen werden, die ihre Erfahrungen an andere weitergeben.

 

Für alle, die mit dem Gedanken spielen, sich auch als Sprachpat:in zu engagieren, möchte Katharina ermutigen:
„Die Anfangsscheu ist völlig unbegründet.“ Sie empfindet ihre Patenschaft als gegenseitige Bereicherung: „Ich erlebe wahnsinnig bereichernde Gespräche, habe bei unseren Treffen viel Spaß und gewinne immer neue Eindrücke. Und durch die Fragen und Erzählungen meiner Mentees lerne auch ich ständig etwas Neues dazu.“

Neben den regelmäßigen Treffen mit ihren Mentees freut sich Katharina auch über das Begleitangebot von Wir sind Paten Cottbus: „Das Patentreffen Ende letzten Jahres fand ich schön und es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Es ist toll, dass ihr als Patenbegleitung Veranstaltungen und Workshops anbietet – wenn ich es mir einrichten kann, nehme ich an diesen Formaten sehr gern teil.“

Wir freuen uns über dieses tolle Feedback und danken Katharina herzlich für ihr Engagement!

Nach oben scrollen